Questioning

Fragen unerwünscht?!

Täglich berate ich Unternehmen in Sachen IT und Strategie und biete immer innovative Lösungen an. Zudem halte ich als Keynote-Speakerin Impulsvorträge zum Thema Leadership und Digitalisierung. Ich bin angetreten dieses wichtige Thema mit meinen Reden transparenter zu machen. Die Inspirationen für meine Vorträge erhalte ich im täglichen Kontakt mit meinen Kunden sowie aus meiner langjährigen Berufserfahrung als Führungskraft. Angetan haben es mir besonders die jungen Führungskräfte, die gerade beginnen, diesen Weg zu beschreiten. Ich habe diesen Blog ins Leben gerufen, um mit meinen Erlebnissen und Erfahrungen zu unterhalten und Tipps für rebellische Führungskräfte und solche, die es nie werden wollten, zu geben.

Fragen unerwünscht?

Manchmal sitze ich in Meetings, da werden sehr komplexe Sachverhalte erklärt. Alle Teilnehmer zeigen ein Pokerface, nicken und zeigen somit an: ja sehe ich genauso, habe ich verstanden. Ich verstehe allerdings nur Bahnhof und frage mich dann: bin ich hier die Einzige, die das nicht versteht?

Doch dem ist nicht so. Immer wieder habe ich festgestellt, dass es nicht nur mir so geht. Es möchte sich einfach niemand die Blöße geben, zu fragen.  Fragen zu stellen könnte ja als Zeichen von Schwäche interpretiert werden, als Inkompetenz oder Unsicherheit. Also besser nicht fragen.

Ich hatte einmal ein krasses Erlebnis während eines Meetings. Es wurden große organisatorische Veränderungen verkündet und ich dazu eine Frage stellte. Daraufhin habe ich einen maximal übergriffigen Kommentar geerntet, der da lautete: „Unser Blondchen hat es mal wieder nicht verstanden.“

Mal ganz abgesehen von dem Compliance-Verstoß, war die Message für alle Anwesenden klar: Nachfragen ist nicht erwünscht! Die Konsequenz: peinliches Schweigen und als Folge maximale Intransparenz.

Solche Situation erlebe ich leider häufig in Meetings. Mit heftigen Reaktionen (gerne unterhalb der Gürtellinie) wird versucht, Fragen zu unterbinden. Solch ein Umgang ist nicht sachdienlich und im Prozess nicht förderlich. Er zeigt nur, dass Entscheidungen unausgereift oder Präsentationen nicht fundiert sind. Und durch Fragen werden genau diese Schwächen aufgezeigt und das ist eben nicht erwünscht.

Doch damit vergibt man sich die Chance auf richtig gute Lösungen und wahre Innovationen. Denn wenn eine Unternehmenskultur der Offenheit und Lösungsorientiertheit besteht, dann sind Fragen immer willkommen.

Fazit: Es gibt keine schlechten oder falschen Fragen. Jede Frage ist legitim und führt mich ein Stückchen näher an die Lösung heran.

Madeleine Kühne

Keynote-Speakerin

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